Stephen Beale
„ICH GLAUBTE, DASS MAN WIRKLICH ALLES AUS HOLZ MACHEN KANN“
Stephen Beale ist ein vielseitiger Künstler. Im Sommer, bei trockenem Wetter, ist er gelegentlich kniend in der Herestraat in Groningen zu sehen, wo er mit Kreide Gemälde alter Meister auf die Gehwegplatten zeichnet. In den kälteren Monaten arbeitet Stephen in seinem Atelier in Houwerzijl, wo er einzigartige, verspielte Schränke und Skulpturen aus unter anderem Holz und Naturstein schafft.
„Homo Ludens und Wishful Thinking wurden von dem Moment an, als ich die ersten beiden Bretter zusammenklebte, zu Skulpturen, die wie für mich gemacht sind. Der gesamte Prozess – alte Holzplanken auswählen, messen, sägen, anpassen, kleben und anschließend formen – war äußerst zeitaufwendig. Eine Arbeit, bei der ich mich oft für verrückt erklärte. Nach einem guten Tag im Atelier dachte ich, ich würde Dutzende ‚Männer‘ erschaffen, und nach einem schlechten rief ich laut: ‚Nie wieder!‘
Männliche Figuren in dieser Größe sind neu für mich. Indem ich einen Mann forme, habe ich das Gefühl, etwas von mir selbst zeigen zu dürfen, das ich sonst verborgen halte: die verspielte Seite, den Schalk, die Ausgelassenheit und nicht zuletzt eine zurückhaltende Nachdenklichkeit, die in mir steckt.
Wie auch immer – meine Faszination für den menschlichen Körper und seine Ausdruckskraft hat durch diese Art des Bildhauens enorm zugenommen.
Das Bedürfnis, Homo Ludens und Wishful Thinking in Bronze zu verewigen, war unwiderstehlich und kam völlig unerwartet. Vom Endergebnis bin ich im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt.
Inzwischen habe ich mit meinem vierten lebensgroßen Mann begonnen.“
